[PM] Polizei »identifiziert« Nazi-Stützpunkt in Holungen (Eichsfeld)

Polizei »identifiziert« Nazi-Stützpunkt in Holungen (Eichsfeld)
redical M: Nicht unter dem Radar, sondern wohlwollend geduldet!

Laut einem online-Bericht des Göttinger Tageblatts haben Staatsanwaltschaft und Polizei Göttingen bei einer Razzia in einer Lagerhalle in Holungen (Eichsfeld, Thüringen) bereits im Februar 2026 einen bedeutenden Nazi-Stützpunkt entdeckt. Dabei wurden nicht nur massenhaft verbotene Nazi-Devotionalien, über 8.000 Tonträger sondern auch Sprengkörper (!) gefunden und beschlagnahmt. Das Antifaschistische Bildungszentrum und Archiv Göttingen  (ABAG) hat bereits seit 2020 Hinweise auf diesen Nazi-Stützpunkt.

Rosa Davids, Sprecherin der redical M aus Göttingen, erklärte dazu: »Das ABAG macht großartige Arbeit, für die wir sehr dankbar sind. Dennoch bleibt es ein absolutes Armutszeugnis für Polizei und Staatsschutz nicht viel früher gegen diese gefährliche Nazi-Struktur vorgegangen zu sein.« Auf dem rechten Auge blind zu sein, reiche als Erklärung nicht aus. »Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass eine finanziell, propagandistisch und vielleicht sogar terroristisch bedeutende Nazi-Struktur entweder völlig unterschätzt oder wohlwollend geduldet wurde.« Das schließe ausdrücklich die Arbeitsweise des Verfassungsschutzes mit ein, der momentan lieber im Auftrag von Kulturkampfminister Weimer gegen linke Buchläden vorgehe. »Nicht erst seit Bekanntwerden der Verstrickungen mit dem NSU gehört diese Geheimdienstbehörde aufgelöst.« 

Dieser Eindruck wird untermalt durch die Aussagen von Holungens Bürgermeister Mathias Stöbener und Gemeindebürgermeisterin Margit Ertmer, die von allem nichts gewusst haben wollen und gleich den gesamten Ort von seiner Mitwisserschaft freisprechen. »Als erschreckend« empfindet Rosa Davids diese Aussagen. Dass sich Erklärungsmustern von vor 80 Jahren wieder so dreist von offizieller Seite bedient werde, sei ein Skandal. »Das war damals unglaubwürdig und nicht zu glauben, heute ist das nicht anders.« Desweiteren fordert die redical M die Ermittlungs- und Justizbehörden eindringlich auf, der Öffentlichkeit endlich zu erklären, warum Thorsten Heise und sein jeweiliges Umfeld seit mehr drei Jahrzehnten immer wieder schwere bzw. gefährliche Straftaten begehen könne, ohne ernsthafte juristische Konsequenzen fürchten zu müssen.

Einen Aufruf richtet die redical M an alle antifaschistisch gesinnten Menschen aus Göttingen und der gesamten Region: »Im Eichsfeld ist es längst nicht mehr 5 vor 12 – es reicht nicht aus, durch antifaschistische Arbeit und Aktionen Göttingen auf verschiedensten Ebenen relativ nazifrei zu halten, wenn sich rundherum offen faschistische Freiräume bilden.« führte Rosa Davids aus.

 »Fahrt ins Eichsfeld, recherchiert, macht antifaschistische Aktionen – auf allen Ebenen! Und vor allem unterstützt die wenigen linken Strukturen und Menschen vor Ort.« Auch die redical M müsse sich da an die eigene Nase fassen, da auch die feministische Antifa-Gruppe aus Göttingen das Eichsfeld in den letzten viel zu sehr vernachlässigt habe.